0800 1212 470
email: info@irro.de

Achtung Toter Winkel!

Autofahrern ist die Problematik des toten Winkels vertraut. Kindern jedoch fehlt meist das Bewusstsein dafür. Außerdem sollen ihnen die Momente vermittelt werden, in denen beim Abbiegen größerer Fahrzeuge, z. B. Lkws und Schulbusse, erhöhte Aufmeksamkeit geboten ist.

Hier erfahren Sie, wie Sie Kinder für diese Aspekte sensibilisieren können.

Das Nicht-gesehen-werden

Toter Winkel

Kinder müssen begreifen, dass der Busfahrer trotz seiner Spiegel nicht jeden Bereich um sein Fahrzeug herum einsehen kann. Gerade an der rechten Seite und direkt vor dem Bus befinden sich „blinde Flecke“. Vermitteln Sie den Kindern, dass sie erst nach Abfahrt des Busses von der Haltestelle die Straße überqueren dürfen. Denn wenn sie vor dem Bus entlanglaufen, kann der Fahrer sie nicht sehen (weitere Problematiken siehe „Das Überqueren der Fahrbahn beim Ein-und Aussteigen“).

Genauso achtsam müssen Kinder bei rechtsabbiegenden Bussen sein, da sie auch hier im toten Winkel „verschwinden“ können. Die Gefahr kann dadurch entschärft werden, indem die Kinder mit dem Fahrer Blickkontakt über die Spiegel aufnehmen – sehen sie den Fahrer, kann der Fahrer sie auch sehen. Andernfalls müssen die Kinder warten, bis das Fahrzeug abgebogen ist.

Diese Lektion ist auch unabhängig vom Schülerverkehr von größter Wichtigkeit: Haben Kinder die Problematik des toten Winkels verstanden, achten sie auch beim Fahrradfahren besser auf rechtsabbiegende Fahrzeuge.

Das Abbiegeverhalten mehrachsiger Fahrzeuge

Die Hinterräder eines Fahrzeugs folgen in Kurven nicht exakt der Spur der Vorderräder, sondern schneiden die Kurve. Dieser Effekt ist bei langen Fahrzeugen wie Bussen oder Lkws besonders deutlich zu beobachten. Erklären Sie Kindern darum, dass sie zu ihrer Sicherheit einen Abstand von abbiegenden Bussen halten müssen, wenn sie sich im Innenradius der Kurve befinden. Denn wenn ein Kind zu dicht an einer Straßenecke steht, kann es in ungünstigen Fällen vom hinteren Teil des Busses erfasst werden. Besonders gefährlich an dieser Situation ist, dass das Kind den Bus ja vor sich vorbeifahren sieht, die eigentliche Gefahr aber von hinten kommt. Weisen Sie Kinder darauf hin, bei abbiegenden Bussen auch auf den hinteren Teil des Fahrzeugs zu achten.

Unsichtbares sichtbar machen – didaktischer Vorschlag zum Themenbereich „Toter Winkel“

Der „tote Winkel“ gehört zu den zentralen Aspekten der Verkehrserziehung, denn viele Kinder und Jugendliche können sich nur schwer vorstellen, dass sie in bestimmten Situationen für Pkw-, Lkw- oder Busfahrer "unsichtbar" sind. Deshalb kommt es gerade hier oft zu schweren Unfällen. In dem von uns ausgearbeiteten didaktischen Konzept wird der tote Winkel mit einfachen Mitteln für die Schüler sichtbar gemacht. So lernen die Kinder, wie sie gefährliche Situationen vermeiden können.

Die Schüler sollen nach Abschluss dieser Lerneinheit:

  • die verschiedenen toten Winkel im Bereich des Schulbusses erkennen und benennen können (rechter Außenspiegel, Vorderfront, Heck des Busses).
  • die Ausmaße des toten Winkels einschätzen und Folgen für ihr Verhalten an der Bushaltestelle benennen können.
  • Regeln zur Vermeidung gefährlicher Situationen im Bereich des toten Winkels aufstellen können.

Die ausgearbeiteten Materialien können Sie gratis über einen bdo-Landesverband anfordern. Dort vermittelt man Sie auch gerne an ein Mitgliedunternehmen für die praktische Durchführung dieser Einheit.